Hundepullover - für welche Hunde können sie sinnvoll sein?

Früher fand ich Hunde in Mänteln oder Pullis albern. Ich war der Meinung, dass Hunde so etwas nicht brauchen. Ich fand es unnatürlich, einem Hund etwas anzuziehen. Sie haben ja schließlich Fell.

 

Den Besitzern von "bekleideten" Hunden begegnete ich mit Vorurteilen. Ich unterstellte ihnen, dass sie ihren Hund verhätscheln. Und dann kam Baldo... 

Baldo noch in Italien
Baldo noch in Italien

Baldo stammte aus einem italienischen Sammellager. Er kannte nicht viel mehr als Autofahren und war mit fast allen Situationen, in denen Menschen im Spiel waren, überfordert. Er zitterte viel, und ich schrieb das seinem Stress zu.

 

Allmählich taute er uns gegenüber auf und begann, von uns getragene Kleidung auf seine Matraze zu tragen. "Aha, er entwickelt Trennungsängste", dachte ich. Das tat er leider wirklich.

 

Aber eines Tages konnte ich ihn dabei beobachten wie er unter einer Jeans "durchtauchte" und sich so damit zudeckte! Da zog ich das erste Mal in Betracht, dass er vielleicht auch friert. In der darauffolgenden Zeit deckte ich ihn zu, wenn er zitterte. Und... es wurde besser.

 

Ich machte mich auf die Suche nach geeigneter Bekleidung, aber ich fand nichts, was gut passte und mir gefiel.

 

"Dann stricke ich eben selbst", sagte ich mir und fing an, Pullover zu stricken und zu experimentieren.

Die so entstandene Grundform habe ich inzwischen schon in vielen verschiedenen Größen und Designs gestrickt.

Zuerst denkt man natürlich an Hunde, die gar kein Fell haben. Sie können durch einen Pullover vor Kälte und schädlicher UV-Strahlung geschützt werden.

 

Viele Hunderassen haben keine oder nur wenig Unterwolle. Auch ihnen kann ein Pullover angenehm sein.

 

Welpen, die noch dünnes Fell und nackige Bäuche haben, bekommen schnell eine Blasenentzündung. Hier kann man mit einem Pullover vorbeugen.

 

Ältere Hunde, die sich nicht mehr so viel und so schnell bewegen, können ebenso von einem Pullover profitieren.

 

Kranke Hunde kommen auch in Frage wie z.B. Hunde, die ein schlechtes dünnes Fell haben oder Hunde mit Gelenkserkrankungen, bei denen Wärme gut tut. Und natürlich Hunde, die für eine medizinische Untersuchung oder einen Eingriff geschoren werden mussten.

 

In vielen Familien lebt der Hund drinnen, und das ist gut so. Wenn man eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius und eine Außentemperatur von 0 Grad Celsius annimmt, dann ist der Hund einem Temperatursturz von 20 Grad ausgesetzt, wenn wir mit ihm rausgehen. Oft muss er am Anfang des Spaziergangs an der Leine gehen und kann sich nicht warmlaufen. Und an der Leine rumzappeln und ziehen soll er auch nicht...

 

Alle genannten Punkte sollte man bedenken, bevor man sich gegen Hundebekleidung entscheidet.

 

Wichtig:

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Hund extrem schnell friert, besprechen Sie das mit Ihrem Tierarzt.

Wollwerke

Anja Roßmann

Am Treutengraben 4
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